26.03.2010
Moukhtar Dzhakishev, der frühere Chef der staatlichen kasachischen Atomgesellschaft KazAtomProm wurde zu vierzehn Jahren Gefängnis wegen Unterschlagung von Staatsanteilen der Uranminen und Entgegennahme von Schmiergeldern verurteilt. Dzhakishev wurde 2009 vom kasachischen Geheimdienst entführt und in einen Hochsicherheitstrakt verbracht. Kasachstan beliefert u.a. das AKW Beznau und in Zukunft wohl auch Leibstadt – via Russland - mit Uran.
Quelle: http://www.nuclear.ru/eng/press/other_news/2115822/
24.03.2010
Charles S. Faddis, früherer Leiter einer CIA-Unter-Abteilung „Terrorismus und Massenvernichtungswaffen“ äussert tiefe Besorgnis, was die Sicherheit vor terroristischen Angriffen auf AKW angeht. Neben verdächtigen Personen, die beschäftigt wurden, sieht er als Hauptmangel, die unterbezahlten, oft auf der Strasse gemieteten und völlig unzureichend trainierten Sicherheitskräfte in den Werken. Obama täte gut daran, diese Mängel zu beheben, statt Staatskredite für neue Reaktoren zu genehmigen.
22.03.2010
Die neue Vorlage wurde in erster Lesung durch die Staatsduma im Januar verabschiedet. Organisationen wie Ecodefense und Greenpeace kritisieren die Pläne für die geologische Lagerung von Flüssigabfällen und bezeichnen dies als unverantwortbar und nur im Interesse des Atomministeriums und seiner Firmenkette. Sollte die Vorlage in dieser Form verabschiedet werden, wollen die Organisationen beim Verfassungsgericht klagen.
(Quelle: AP)
15.03.2010
„Als ein Werk von Zauberlehrlingen, schockierend, unverantwortbar, skandalös“ bezeichnet die Sprecherin der Organisation „Sortir du nucléaire“ Charlotte Mijeon den Inhalt der anonym erhaltenen internen Dokumente des französischen Energieriesen EDF (Eléctricité de France). In den Papieren wird die Möglichkeit eines mit „Tschernobyl“ vergleichbaren Unfalls erörtert. Mehr Informationen und Einsicht in die Dokumente finden Sie unter folgendem Link (französisch):
08.03.2010
Mövenschwärme, Mäuse und herumstreunende Katzen stellen die Betreiber der Wiederaufarbeitungsanlage in Sellafield vor Probleme.
Sie halten sich nicht an die Verbote, das am stärksten verseuchten Betriebsgelände Europas zu betreten. Die Gefahr geht vor allem durch offene ehemalige Abklingbecken aus, welche stark mit Plutonium belastet sind. Durch die Berührung mit den giftigen radioaktiven Substanzen werden die Tiere Träger der strahlenden Substanzen und gelangen als Beute in die Nahrungsketten anderer Spezies - und letztlich auch des Menschen. Der Pressesprecher der Firma bestätigt, dass bereits 350 Tierkadaver eingefroren und als radioaktiver Müll im Werk eingelagert wurden.
Quelle: http://www.timesonline.co.uk/tol/news/environment/article7040256.ece
03.03.2010
Aufgrund gesunkener Nachfrage ist der Uranpreis zu Monatsbeginn auf USD 40,50/Pfd. gesunken und liegt damit weit unter den früher gehandelten Höchstpreisen von über 120 USD.
Mit diesem tiefen Preis wird der Betrieb von Uranminen immer weniger profitabel. Dies wiederum verhindert Investitionen in den Bau neuer Minen. Weil die Weltproduktion aber die Nachfrage bereits heute nicht deckt (die Differenz wird durch Reserven und Sekundärquellen gedeckt) befürchten Experten mittelfristig Lieferengpässe, weil alte Vorkommen ausgeschöpft sind und neue Minen nicht rechtzeitig erschlossen werden.
(Quelle: Trade Tech und Ux Consulting)
02.03.2010
Westeuropa – vor allem Frankreich – macht sich sorgen wegen des Urans. Die Atomindustrie kann instabile Verhältnisse in einem der wichtigsten Lieferländer nicht brauchen. Zudem verhindert der zurzeit tiefe Uranpreis Investitionen in Projekte für neue Minen. Weil aber nur knapp die Hälfte des Weltbedarfs durch Primärquellen gedeckt wird, fürchten Experten mögliche Lieferengpässe, was die Drosselung der Atomstromproduktion zur Folge haben kann.
\r\n(Quellen: Reuters, AFP u.a.)
24.02.2010
Die Pläne zur Stützung der amerikanischen Nuklearindustrie durch Betriebsverlängerungen für bestehende und den Bau neuer Atomkraftwerke haben einen ersten Dämpfer erlitten.
Am 24. Februar lehnte der Senat des US-Bundesstaates Vermont eine Betriebsverlängerung für das AKW Vermont Yankee mit 26 zu 4 Stimmen ab. Somit wird das Werk spätestens 2012 stillgelegt. Vermont Yankee war wiederholt durch Störfälle, zuletzt wegen grossen Tritium-Freisetzungen durch ein Leck im Rohrsystem, in die Schlagzeilen geraten. Beim AKW Vermont Yankee handelt es sich um den identischen Reaktortyp wie in Mühleberg: einen Siedewasserreaktor BWR 4 / Mark1 der Firma General Electric. Identisch sind praktisch auch der Zeitpunkt der Inbetriebnahme und die Probleme mit den Rissen im Kernmantel. Währenddem in den USA der Weiterbetrieb unterbunden wurde, erhielt Mühleberg vom Bundesrat eine unbefristete Bewilligung.
13.01.2010
Russisches Uran soll 2011 - 2015 im Schweizer AKW Leibstadt eingesetzt werden, welches der Staatskonzern Technabsexport (TENEX) anreichert. Über das Ursprungsland des Urans, sowie den genauen Umfang des Auftrags (nur Anreicherung oder auch Brennelementherstellung), mögliche involvierte Unterakkordanten und den finanziellen Rahmen des langfristigen Vertrags hüllt sich das russische Unternehmen in Schweigen. Axpo, die Betreibergesellschaft des AKW Leibstadt hat die Kommunikation dieser Zusammenarbeit den russischen Vertragspartnern überlassen.
Originalmeldung: http://de.rian.ru/business/20100113/124685108.html
27.12.2009
Nach den Wartungsarbeiten im AKW Fessenheim verhinderten Pflanzenreste im Kühlkreislauf des zweiten Reaktors das Wiederanfahren des Reaktors, gab die französische Aufsichtsbehörde ASN bekannt. Die Behörde stufte den Zwischenfall auf der Stufe eins der INES-Skala ein. Die Leistungsfähigkeit des Kühlsystems wurde beeinträchtig nachdem sich die Pflanzenreste in einer Wasserpumpe verfingen. Zu welchem Zeitpunkt der Reaktor wieder angefahren werden kann, blieb vorläufig unklar.
(Quelle: Spiegel-online)
10.11.2009
Denison Mines Corp., eine amerikanischen Minengesellschaft kündigt an, die Uranproduktion in der Lagerstätte Arizona 1 voraussichtlich im kommenden Jahr aufzunehmen. Das Vorkommen wird auf 72.121 Tonnen mit durchschnittlich 0,66% U3O8 Gehalt geschätzt. Arizona 1 wird als Untertagemine gebaut; das Uranerz wird per Lastwagen in die über 500 km entfernte Denisons White Mesa Uranmühle geliefert.
(Quelle: Medienmitteilung Denison Mines Corp. 10.11.2009)